Zur Zukunft von SMS, WhatsApp & Co (4)

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Zu den beliebtesten Funktionen von Mobiltelefonen gehören das Senden und Empfangen von Kurznachrichten. Wie sieht ihre Zukunft aus? (Teil 4)

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Die große Bedeutung der Ende-zu-Ende-Verschlüsselung (E2E) für den Datenschutz habe ich auf diesen Seiten schon mehrfach thematisiert (erfahre mehr). Von E2E spricht man, wenn der Klartext von Nachrichten lediglich auf den jeweiligen Endgeräten zu sehen ist. Die vielen Geräte, die sie auf dem Weg von einem Endgerät zum anderen durchlaufen müssen, übertragen lediglich verschlüsselten Text. Potentielle „Mitleser“ sehen auf diese Weise nur Zeichensalat, und die Vertraulichkeit der Nachrichten bleibt gewahrt.

Für die Verschlüsselung von E-Mails gibt es bekanntlich zwei Standards, S/MIME und OpenPGP. Beide beruhen auf dem Prinzip, dass die Kommunikationspartner sich gegenseitig verschlüsselte Nachrichten schicken können, indem sie ihre jeweiligen „öffentlichen“ Schlüssel zur Verfügung stellen. Das ist natürlich im Vergleich zum unverschlüsselten Mailversand ein erheblicher Fortschritt. Daher halte ich es weiterhin für sinnvoll, Mails nach Möglichkeit zu verschlüsseln.

S/MIME und OpenPGP-Schlüssel sind jedoch in der Regel mehrere Jahre lang gültig. Die Nutzer müssten sich sonst ständig um neue Schlüsselpaare kümmern und wären hoffnungslos überfordert – schon der einmalige Schlüsselaustausch führt viele an ihre Grenzen. Die statischen Schlüssel führen jedoch zu einem Sicherheitsproblem: Ein Angreifer (sagen wir, ein Geheimdienst) könnte die gesamte verschlüsselte Kommunikation mitschneiden, in der Hoffnung, die Verschlüsselung in der Zukunft knacken zu können – entweder, weil der passende Schlüssel auf irgendeinem Weg in seine Hände gerät, oder weil die Rechner der Zukunft so schnell sein werden, dass sie selbst solche Verschlüsselungen knacken können, die heute als sicher gelten. In diesem Fall könnte die gesamte verschlüsselte Kommunikation der Vergangenheit – die ja genau für diesen Fall gespeichert wurde – auf einen Schlag entschlüsselt und ausgewertet werden. Aus Datenschutzsicht ein Alptraum. Weiterlesen

Zur Zukunft von SMS, WhatsApp & Co. (3)

Zu den beliebtesten Funktionen von Mobiltelefonen gehören das Senden und Empfangen von Kurznachrichten. Wie sieht ihre Zukunft aus? (Teil 3)

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Die Zahl der täglich verschickten SMS-Nachrichten ist in den vergangenen 10 Jahren kontinuierlich zurückgegangen. Gleichzeitig ist die Zahl der Nachrichten explodiert, die über WhatsApp, den Facebook Messenger und vergleichbare Dienste verschickt wurden. Dennoch bleibt uns die SMS vermutlich noch lange erhalten, weil sie universell kompatibel ist und zwischen zwei beliebigen Mobiltelefonen dieser Welt verschickt werden kann (vgl. Teil 1).

Inzwischen konkurrieren bekanntlich zahlreiche Messenger-Apps um die Gunst der Nutzer. Sie verfügen im Vergleich zur SMS über viele Vorteile und konnten ihr deswegen in kurzer Zeit den Rang ablaufen. Sie haben jedoch gleichzeitig einen großen Nachteil: Sie sperren die Nutzer ohne Ausnahme in einen „walled garden“ oder ein „Silo“ ein (vgl. Teil 2). Das Problem daran ist unter anderem, dass zwischen diesen „Gärten“ nicht kommuniziert werden kann und so ein Lock-in-Effekt entsteht – und zwar dann, wenn man in einem der Gärten so viele Kontakte hat, dass man ihn nicht mehr verlassen möchte. Ab diesem Zeitpunkt kann der jeweilige „Gärtner“ nach Belieben die Regeln ändern. Was werden die Nutzer denn tun, wenn sie plötzlich, sagen wir, von allen Seiten mit Werbebotschaften bombardiert werden? Sie werden wohl kaum in Scharen den Garten verlassen, in dem alle ihre Freunde sind. Weiterlesen

Zur Zukunft von SMS, WhatsApp & Co (2)

Zu den beliebtesten Funktionen von Mobiltelefonen gehören das Senden und Empfangen von Kurznachrichten. Wie sieht ihre Zukunft aus? (Teil 2)

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Wie in Teil 1 beschrieben, hat die SMS einen großen Vorteil: sie kann praktisch ohne Einschränkung zwischen zwei Mobiltelefonen auf der ganzen Welt verschickt werden. Sie hat jedoch auch den gravierenden Nachteil, dass mit ihr keine Bild-, Ton- oder Videonachrichten verschickt werden können. Dieses Problem wurde mit dem Durchbruch von Smartphones, wie wir sie heute kennen (das erste iPhone kam 2007 auf den Markt), zunehmend schmerzhaft: Je besser die Fotos wurden, die man mit Telefonen schießen konnte, umso größer wurde die Lust, diese gleich an Freunde und Familienmitglieder zu verschicken. Die MMS mit all ihren Kompatibilitätsproblemen und ihrem hohen Preis hat diese Lust nie befriedigen können. Weiterlesen

Zur Zukunft von SMS, WhatsApp & Co (1)

Zu den beliebtesten Funktionen von Mobiltelefonen gehören das Senden und Empfangen von Kurznachrichten. Wie sieht ihre Zukunft aus?

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Die Technikgeschichte schlägt manchmal wunderliche Wege ein. Wer hätte gedacht, dass es im Jahr 2019 noch einen sehr lebendigen Markt für Vinyl-Schallplatten geben würde? Wie so manche Technologie will anscheinend auch die Schallplatte einfach nicht abtreten, obwohl längst deutlich bessere digitale Nachfolger verfügbar sind.

Die Gründe, aus denen eine alte Technologie weiter benutzt wird, haben manchmal wenig mit ihrer Funktionalität, aber viel mit Liebhaberei zu tun. Das gilt auch für die Schallplatte. Solide Plattenteller, massive, exakt ausbalancierte Tonabnehmer-Arme und großformatige Plattencover – wie wenig sinnlich ist dagegen eine MP3! Für diese Liebhaberei verzichten manche gerne auf die zahlreichen Vorteile digitaler Speicherung – z. B. darauf, dass eine MP3 keine Kratzer bekommen kann. Erst recht nicht, wenn man gar keine MP3 mehr aufbewahren muss, weil man einen Streamingdienst nutzt. Weiterlesen

Bitte Gurt anlegen

Zum vergangenen Jahreswechsel wurde ein Hackerangriff auf Politiker und andere Prominente bekannt. Was können sie und wir alle als Nutzer daraus lernen?

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Wenn private Daten an die digitale Öffentlichkeit gelangen, fallen die Betroffenen oft aus allen Wolken. In vielen Fällen stellt sich jedoch im Nachhinein heraus, dass sie aus Bequemlichkeit oder Unwissen nicht einmal die einfachsten Sicherheitsregeln beachtet haben – obwohl es in der Vergangenheit beileibe keinen Mangel an Warnschüssen gab. So kommentiert der IT-Journalist Friedhelm Greis treffend:

Politiker sprachen in den vergangenen Tagen von einem „ersten“ und „letzten“ Warnschuss. Doch der brutalstmögliche Warnschuss in Sachen IT-Sicherheit sitzt seit zwei Jahren im Weißen Haus und twittert munter vor sich hin.

Richtig ist, dass Anbieter und Behörden eine Menge für IT-Sicherheit tun müssen und dass in manchen Bereichen ein eklatanter Nachholbedarf besteht. Aber auch wir als Nutzer können einen ganz erheblichen Beitrag zum Schutz unserer Daten leisten. Dazu müssen wir nur die folgenden vier einfachen Regeln beachten: Weiterlesen