Mein Weg von Mac zu Linux und wieder zurück

Wie ein einziges Softwarepaket dafür sorgt, dass Linux-Desktops weiterhin keine Chance haben.

Geschätzte Lesezeit für diesen Artikel: 6-7 Minuten

Die gute Nachricht gleich zu Beginn: Der Anteil an Linux-Desktops hat sich in den letzten fünf Jahren weltweit verdoppelt. Die schlechte Nachricht lautet allerdings, dass diese Verdopplung sich lediglich von vorher 0,8 auf jetzt 1,6 Prozent Marktanteil abgespielt hat. Zum Vergleich: Windows ist auf ca. 75 Prozent der Desktops weltweit installiert – vom veralteten XP bis hin zum aktuellen Windows 10. Das Mac-Betriebssystem kommt auf einen Marktanteil von ca. 10 Prozent (erfahre mehr).

Auch wenn sich die Gerüchte hartnäckig halten, ein Linux-Rechner sei nur etwas für Computerexperten: Davon kann inzwischen keine Rede mehr sein. Wer einen Windows-Rechner oder einen Mac bedienen kann, wird mit einem Linux-Desktop ebenso gut klarkommen. Hier hat sich in Sachen Benutzerfreundlichkeit in den letzten Jahren eine Menge getan. So ist z. B. die auf Ubuntu basierende Distribution Linux Mint gerade für Windows-Umsteiger weitgehend intuitiv zu bedienen.

Für einen Linux-Desktop sprechen mehrere gute Gründe:

  1. Linux-Rechner sind deutlich besser gegen Schadsoftware geschützt als Windows-Rechner. Das konnte man zuletzt im Frühjahr 2017 bei dem Trojaner WannaCry beobachten, der ausschließlich Windows-Rechner befiel (erfahre mehr). Wer aus Zeitgründen bei Windows bleibt, macht also möglicherweise eine Milchmädchenrechnung: Der Zeitaufwand, um einen Viren- oder Trojanerbefall zu beseitigen, kann auf einen Schlag um ein vielfaches höher sein als der für einen Umstieg auf Linux.
  2. Linux-Rechner laufen äußerst stabil. Wenn ein Programm abstürzt, kann man es fast immer beenden, ohne dass ein Neustart notwendig wäre.
  3. Linux-Rechner benötigen in der Regel deutlich weniger Rechenleistung als Windows-Rechner. Einmal gekaufte Hardware kann daher häufig viel länger genutzt werden.
  4. Für Linux fallen keine Lizenzgebühren an. Für Windows dagegen schon. Das ist vielen Nutzern nicht bewusst, da diese Gebühren meist im Anschaffungspreis des Rechners versteckt sind.
  5. Linux-Distributionen werden häufig aktualisiert, in der Regel alle 6 Monate. Entdeckte Sicherheitslücken werden auch zwischendurch geschlossen, meist in kürzester Zeit.
  6. Linux-Betriebssysteme sind Open Source. Daher können sie von der Community auf Hintertüren (erfahre mehr) für Firmen oder Geheimdienste überprüft werden. Sie sind somit auch in dieser Hinsicht deutlich sicherer als die (Closed-Source-)Betriebssysteme kommerzieller Anbieter.

Wie kommt es, dass die Linux-Gemeinde trotz allem nur so schleppend wächst? Nun, nachvollziehbar ist die Zurückhaltung der Nutzer beim Wechsel des Betriebssystems allemal – schließlich sind wir alle Gewohnheitstiere. Was bisher funktioniert hat, möchten wir in der Regel einfach weiter verwenden. Und Sicherheitsprobleme sind für die Nutzer erst einmal hypothetisch und können daher leicht beiseite geschoben werden. Zudem ist Windows bei fast allen neuen Computern vorinstalliert. Dabei bleibt es in aller Regel.

Der Wechsel zu einem Linux-Desktop hat aber selbst für alle, die aus den oben genannten Gründen dazu entschlossen sind, einen riesigen Haken. Dieser Haken trägt den Namen Microsoft Office. Ich möchte meine eigenen Erfahrungen mit diesem Thema schildern, weil sie nicht ganz untypisch für viele Wissensarbeiter sein dürften.

Ursprünglich ein Windows-Nutzer, sammelte ich meine ersten Erfahrungen mit Linux schon vor knapp 15 Jahren, damals noch mit SUSE Linux. Das bewährte sich in der Praxis allerdings noch nicht – es traten einfach zu viele Probleme auf, vor allem mit der Hardwareunterstützung. Ich kehrte daher nach kurzer Zeit zu Windows zurück.

Anfang 2013 – ich stand gerade am Beginn der intensiven Schreib- und Überarbeitungsphase meiner Dissertation – kaufte ich mir ein MacBook Air. Mich überzeugte die bei einem Preis von ca. 1000 Euro überragende Hardware des Geräts, die übrigens bis heute einwandfrei funktioniert. Auch das Betriebssystem und viele Programme, die ich installierte, waren sehr durchdacht, ausgereift und sicher. Zudem hatte Windows spätestens seit der Einführung von Windows 8 in Sachen Datenschutz einen zunehmend schlechten Ruf.

Doch auch als Mac-Nutzer ließ mich die Idee eines freien Betriebssystems nicht los. Ich verfolgte daher die Entwicklung der Linux-Distributionen weiter aufmerksam. Anfang 2016 tat ich einen gewagten Schritt: Ich installierte Ubuntu Linux mit dem Unity-Desktop auf meinem Mac. (Ja, das geht!) Abgesehen von kleinen Einbußen in der Akku-Laufzeit, die für mich nicht besonders ins Gewicht fielen, arbeitete ich mit meinem Linux-Mac ein Jahr lang ohne nennenswerte Probleme. Aus Neugier sattelte ich dann auf Linux Mint um, die bereits erwähnte und ebenfalls Ubuntu-basierte Distribution, die ich etwa ein halbes Jahr lang nutzte. Die Oberfläche von Linux Mint namens „Cinnamon“ gefiel mir so gut, dass ich den Eindruck hatte, endlich das für mich in jeder Hinsicht passende freie Betriebssystem gefunden zu haben.

Wenn, ja wenn das leidige Thema Microsoft Office nicht wäre.

Microsoft Office ist für viele Nutzer die unangefochtene Nummer 1 im Bürosoftware-Markt. Viele kennen leistungsfähige und kostenlose Alternativen wie LibreOffice (erfahre mehr) allenfalls vom Hörensagen.

Microsoft Office steht für Windows, Mac und Android zur Verfügung. Zudem gibt es eine einen webbasierten Dienst, allerdings mit eingeschränkter Funktionalität.

Aufmerksamen Lesern dürfte aufgefallen sein, dass Linux-Desktops nicht in dieser Aufzählung vorkommen. In der Tat ist MS Office für Linux bislang leider nicht zu bekommen. Es gibt zwar Tricks, ältere Office-Versionen auch unter Linux zu betreiben (erfahre mehr). Meine eigenen Versuche in diesem Bereich endeten allerdings ausnahmslos in tiefem Frust.

Linux ist inzwischen zum führenden Betriebssystem für Server geworden. Aber auch im Bereich der Endanwender-Desktops hat es in den letzten Jahren von sich reden gemacht. So hat es mehrere Großversuche gegeben, die Computersysteme ganzer Stadtverwaltungen von Windows auf Linux umzustellen, unter anderem ab 2009 in München. 2017 kam der Münchner Stadtrat jedoch in die Schlagzeilen, weil er in einem Hauruck-Verfahren die Rückkehr zu Windows beschloss. Diese Entscheidung wurde sowohl von der Opposition als auch von zahlreichen IT-Experten scharf kritisiert, denn das Projekt hatte das Potential, für öffentliche Verwaltungen wegweisend zu sein. Wenn andere Städte nachgezogen hätten, hätten in München und anderswo Kosten in Milliardenhöhe eingespart werden können, vor allem für dann nicht mehr anfallende Lizenzgebühren (erfahre mehr). Dadurch können Kommunen, die ihre Verwaltung auf Linux umstellen, die eingesparten Mittel für die Sanierung von Schulen, den Bau von Kindergärten, Schwimmbädern und Stadtbibliotheken und für viele andere sinnvolle Dinge verwenden.

Dennoch sind nicht alle der Argumente von der Hand zu weisen, die in München angeführt wurden, allen voran das Kompatibilitätsproblem. Formate wie *.docx, *.xlsx und *.pptx sind de-facto-Standards, mit denen auch große Behörden wie die Münchner Stadtverwaltung (noch) klarkommen muss. Wer dafür kein MS Office zur Verfügung hat, sondern sich mit Behelfslösungen (z. B. Virtual Box) oder anderen Produkten (z. B. LibreOffice) herumschlagen muss, wird schnell die Freude am Linux-Desktop verlieren.

Das führt mich direkt zurück zu meinen eigenen Erfahrungen: Ich kam in meiner zweiten Linux-Phase bei allen Aufgaben, die ich alleine erledigen konnte, ohne MS Office bestens zurecht. Wenn ich jedoch mit Kolleginnen und Kollegen gemeinsam an Publikationen arbeitete, waren das ausnahmslos Microsoft Word-Dokumente. Alle Versuche, sie für LibreOffice zu begeistern, stellten sich als ein aussichtsloser Kampf gegen Windmühlen heraus. Am *.docx-Format kam ich nicht vorbei.

Bei einfachen Textdokumenten ist die Kompatibilität zwischen MS Word und LibreOffice kein Problem. Ganz anders sieht es jedoch bei langen oder komplexen Dokumenten aus. Diese gehören für mich zum Arbeitsalltag, denn Textdokumente mit mehreren Autorinnen und Autoren durchlaufen bis zur Veröffentlichung praktisch immer drei bis vier Überarbeitungszyklen. Hierdurch enthalten sie schon nach kurzer Zeit dutzende Änderungen im „Änderungen-nachverfolgen“-Modus. Und eben in diesem „Änderungen-nachverfolgen“-Modus ist bis heute mit schweren Kompatibilitätsproblemen zu rechnen, wenn mann *.docx-Dokumente in LibreOffice bearbeitet und sie anschließend in MS Word weiter bearbeitet werden.

Um es kurz zu machen: Wissensarbeiter, die regelmäßig mit anderen Wissensarbeitern gemeinsam an Texten arbeiten, sind meiner Erfahrung nach auf Microsoft Word zwingend angewiesen. In meiner Linux-Zeit sah ich mich daher immer gezwungen, Word-Dokumente an einem Windows-Rechner zu bearbeiten. Das hält man mit viel gutem Willen eine Zeit lang durch, aber irgendwann wurde selbst mir der Aufwand zu groß, jedesmal einen anderen Rechner zu starten, nur um ein paar Änderungen in ein Word-Dokument einzutragen. Zerknirscht installierte ich auf meinem Mac wieder das Mac-Betriebssystem, um endlich wieder das ungeliebte, aber in der Praxis doch unentbehrliche MS Office und vor allem das darin enthaltene Programm Word nutzen zu können. Ähnlich wie das Münchner Großprojekt LiMux ist somit auch mein individueller Umstieg auf Linux 2017 gescheitert.

Ich fasse zusammen: Wir stehen aktuell vor der Situation, dass Microsoft, Hersteller des weltweit wichtigsten Betriebssystem Windows, im Bereich Bürosoftware mit MS Office quasi ein Monopol hat. Für das wichtigste konkurrierende Desktop-Betriebssystem – Linux – wird diese Bürosoftware allerdings nicht zur Verfügung stellt.

Es liegt die Schlussfolgerung nahe, dass Microsoft auf diese Weise im Betriebssystem-Markt absichtlich die Konkurrenz ausbremst. Dafür spricht auch die Tatsache, dass ja bereits eine Version von MS Office für Linux auf dem Markt ist, nämlich die für Android. Technisch wäre eine entsprechende Anpassung für z. B. Ubuntu Linux daher vermutlich eine Kleinigkeit.

Man könnte fragen: Ist es nicht weitgehend egal, welches Betriebssystem man verwendet? Warum nicht einfach bei Windows bleiben? Nun, für Privatnutzer, die sich keine großen Gedanken um das Thema Datenschutz machen, mag das vielleicht zutreffen. Alle anderen sollten aber wissen, dass sie spätestens mit Windows 10 in der Regel einen erheblichen Datenabfluss in Richtung Redmond in Kauf nehmen müssen (erfahre mehr). Dieser Datenabfluss wird zum Skandal, wenn er auf Behördenebene erfolgt. Anders als im privaten Bereich haben Bürgerinnen und Bürger hier keine Wahl, ihn zu vermeiden. Das ist nicht nur ethisch hoch problematisch, sondern verstößt schlicht gegen geltende Datenschutzgesetze.

Wie ernst in Sachen Datenschutz die aktuelle Lage mit Windows 10 ist, zeigt die Entwicklung eines so genannten „Bundesclients“. Er soll zukünftig in Deutschland als Windows-Standardversion für Bundesbehörden eingesetzt werden (erfahre mehr).

Vielleicht dämmert den Entscheidern ja irgendwann die Einsicht, dass man eher das Grundübel – die vollkommene Abhängigkeit im Bereich IT von einer amerikanischen Firma – statt die Symptome bekämpfen sollte. Ein wichtiger Schritt in diese Richtung wäre die Auflage für Behörden, ihre Dokumente bis zu einem bestimmten Zeitpunkt auf offene Formate umzustellen (wie z. B. *.odt, das offene Pendant zu *.docx). Dies würde offener Bürosoftware einen wichtigen Anschub versetzen und langfristig vielleicht auch den Weg für den Umstieg auf das Betriebssystem Linux ebnen.

Man könnte sich aber auch ein Beispiel an China nehmen. Dort wird seit einigen Jahren die Entwicklung eines eigenen Betriebssystems vorangetrieben, das schon jetzt den Marktanteil von Windows-Rechnern erheblich reduziert.

Es basiert auf Linux.

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Mein Weg von Mac zu Linux und wieder zurück by Jochen Plikat is licensed under a CC BY-NC-ND 4.0 license.
Bildnachweis: Pinguin by Pexels is licensed under the CC0 Creative Commons License.

16 Gedanken zu “Mein Weg von Mac zu Linux und wieder zurück

  1. Die Computerleute in ihrer Blase vergessen laufend, dass man mit den Anwendungen, und nicht mit dem Betriebssystem, arbeitet. So ist die Desktop-Verbreitung von Linux (und MacOS) nur konsequent gering. Und das ist gut so.

    Wer aus modischen Gründen einen schweineteuren Mac nutzt, sich von Apple gängeln lässt, (und dort seine gesamte Arbeits-Software in einer Windows-VM laufen hat, LOL), oder unter Linux aus politischen Gründen auf den breiten Pool toller und anwenderfreundlicher Software verzichtet, viel Spaß.

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    1. Hallo Wolfgang, vielen Dank für Deinen Kommentar. Kurz zur Geschäftsordnung: An sachlichen Argumenten bin ich interessiert, an haltlosen, polemischen und nicht belegten Aussagen allerdings nicht. (Vgl. Deinen Kommentar zu meinem Beitrag über SMS vs. Krypto-Messenger, hier: https://jochen-plikat.com/2016/10/17/signal-statt-sms/). Also, schön der Reihe nach:
      1. „Die Computerleute in ihrer Blase“ – meinst Du damit zufällig mich? Ich bin weder ein IT-Experte noch lebe ich in einer Blase. Mir ist vielmehr völlig klar, dass Technik benutzerfreundlich sein muss, sonst wird sie sich nicht auf dem Massenmarkt durchsetzen. Das Kriterium steht übrigens bei Linux Mint ganz weit oben. Auch diesen „Computerleuten“ ist das Kriterium also völlig klar.
      2. Womit begründest Du Deine Aussage „Und das ist auch gut so“? Ich schreibe über die Datenschutzprobleme von Windows 10. Hast Du darüber nichts weiter zu sagen als „Das ist auch gut so“? Das finde ich, mit Verlaub, armselig. Übrigens ist Windows 10, was Behörden angeht, allem Anschein nach nicht rechtskonform. Findest Du das ebenfalls „gut so“? Und die den Milliarden an Lizenzgebühren (hier würde „schweineteuer“ tatsächlich passen) – ebenfalls „gut so“?
      3. „Wer aus modischen Gründen einen schweineteuren Mac nutzt“. Gähn. Die alte Leier. Vergleiche doch mal das MacBook Air 13 Zoll von 2013 mit vergleichbaren (!) Windows-Ultrabooks. Alles mindestens genauso teuer, wenn nicht teurer. Manche Apple-Produkte sind teuer, da hast Du sicher recht. Aber eben nicht alle.
      4. „Sich von Apple gängeln lässt“ – da gebe ich Dir recht, Apple-Nutzer müssen sich eine Menge bieten lassen. Genau wie Windows-Nutzer, übrigens. Deswegen wollte ich ja zu Linux wechseln.
      5. „Seine gesamte Arbeits-Software in einer Windows-VM laufen hat“ – ??? Belege??? Auf micht trifft das jedenfalls nicht zu, und auch die Mac-Nutzer in meinem Umfeld kommen meines Wissens bestens ohne VM aus.
      6. „Aus politischen Gründen auf den breiten Pool toller und anwenderfreundlicher Software verzichtet“ – wie ich geschrieben habe, bin ich im Alltag bestens mit Linux klargekommen. Aber leider bin ich für Kooperationen auf MS Word angewiesen und daher gezwungen, weiterhin mit einem Windows- oder Mac-Rechner zu arbeiten.
      7. „(…) vergessen laufend, dass man mit den Anwendungen, und nicht mit dem Betriebssystem, arbeitet“. Äh, nein. Vergesse ich nicht. Darum geht es mir ja. Eine Anwendung, um die man für Kooperationen kaum herumkommt – MS Word –, versperrt den Weg zu einem quelloffenen, sicheren, kostenlosen und (erprobtermaßen) inzwischen anwenderfreundlichen Betriebssystem. Das ärgert mich auf individueller Ebene, aber viel wichtiger ist aus meiner Sicht die politische Dimension des Problems (Kosten, Datenschutz, etc.). Um beides geht es in diesem Beitrag.

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    1. Ja, die habe ich mir auch alle angeschaut. Fakt ist, dass Du erheblich Zeit und Gehirnschmalz investieren musst, um das Problem zu lösen. Das kann man von normalen Nutzern nicht erwarten. Außerdem sind alle Versuche immer mit ungewissem Ausgang. Und schließlich funktioniert Wine nur mit alten Word-Versionen, die sehr schwer zu bekommen sind, denn Microsoft verkauft natürlich nur aktuelle Versionen.

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  2. Privat nutze ich Ubuntu. Und bin zufrieden. Aber geschäftlich kann ich es mir auch nicht recht vorstellen.
    Das hängt insbesondere mit Office zusammen aber auch anderen Produkten, die eine teambasierte Arbeit ermöglichen. Skype Business z.B. Die Skype Linux Version, die ich kenne, ist stark reduziert und instabiler als ihr Windows Original. Und das ist dann halt der Haken. Im Original werden sie oft für Windows programmiert und dann bestenfalls auf Linux übertragen.

    Mit der zunehmenden Verbreitung von Dienst-Tablets könnte Linux aber über Android als Ausgangsbasis zukünftig eine neue Chance bekommen sich jenseits von Servern auch beim Endanwender stärker durchzusetzen.

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  3. Ich habe alle Linux Derivate durchprobiert die letzten 20 Jahre. Die kann man alle vergessen. Selbst Ubuntu. Die einzige Alternative die man hat: MacOS. Apple ist mir eigentlich egal, aber was Steve Jobs da mit MacOS gemacht hat, Hut ab. Besser gehts kaum noch, was Heim-User anbelangt. Windows ist dagegen eigentlich unbrauchbar. Jedoch haben sich die „Windows“ User an diese Misere so sehr gewöhnt, dass sie glauben das muss so sein, und haben sich damit abgefunden. Die letzte Hürde auf dem Mac ist eigentlich nur die armselige Mac Tastatur. Da hätte Apple schlauer sein müssen, und das komplette Layout vom PC übernehmen müssen. Dann wäre der Umstieg ohne Hürden. Die einzige Lösung dafür ein Keyboard Mapper.

    Ich bin wirklich froh das es MacOS gibt, ansonsten würde ich mich jeden Tag immer noch über Windows ärgern, aber so freue ich mich auf jeden Tag mit MacOS 😉

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    1. Hallo Luc, im Prinzip gebe ich Dir Recht, allerdings finde ich nicht, dass man die Linux-Desktops „alle vergessen“ kann. Z. B. mit Ubuntu und Linux Mint (das ich aktuell auf einem Zweitrechner weiterhin nutze) habe ich sehr gute Erfahrungen gemacht. Prinzipiell finde ich die Idee von Open-Source-Betriebssystemen und Open-Source-Anwendungen eben sehr gut und wichtig, v.a. wenn es um Behörden etc. geht. Da sollte Closed-Source zum Auslaufmodell werden. Und das scheint nur – so sehr ich das bedauere – über gesetzliche Vorgaben möglich zu sein (eines der jüngsten Beispiele dafür ist die Stadtverwaltung von Barcelona). Das alles stellt aber nicht in Abrede, dass das Apple-Betriebssystem extrem durchdacht, ausgereift und nutzerfreundlich ist. Und vermutlich ist man mit einem Mac auch in Sachen Datenschutz viel besser aufgehoben als bei Windows.

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  4. Hallo,
    das ist eine sehr gelungene Darstellung!
    Office-anwenungen sind natürlich eine Quintessence wines Betriebssystems.
    Wir lernten damals in meiner Mittelschule in Informatikunterricht mit Linux (Open suse) zu arbeiten. Da lernten wir auch das speichern. Der Dokumente im „richtigen“ Format. Unsere schule war der Vorreiter in Sachen open source. Leider hat unser Lehrer nie ein Wort darüber verloren warum wir das machen. Er meinte nur speichert nicht unter Microsoft-formate sondern immer die anderen (.odt usw)
    Heute, fast zehn Jahre später verstehe ich warum mein Informatiklehrer damals darauf bestand. Und ich finde es schade dass Linux von dem Monopol unterdrückt wird.
    Heute benutze ich weniger Office-Anwendungen, sondern Audio- und Videobearbeitung. Und diese funktioniert mit Ardour (für profissionelle Musikerstellung) und OpenShot (Videobearbeitung) unter linux am besten. Ich habe 2 sehr mächtige Programme ohne groß lizensgebüren zählen zu müssen (Gebühren hat man in Form von Spende und auf freiwilliger Basis). Und das finde ich super.
    Viele Grüße aus Sachsen

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    1. Hallo, Danke für Deinen Kommentar! Ich versuche auch, möglichst viele Open-Source-Programme zu verwenden (Thunderbird, Firefox, etc.). Ich finde gerade die Schulen müssten noch viel konsequenter als bisher in diese Richtung arbeiten. Schön, dass das bei Dir der Fall war!
      Im Bereich Bildbearbeitung hat meines Wissens ebenfalls ein Programm quasi-Monopolstellung, nämlich Photoshop. Dort liegt das aber – im Vergleich zur Textverarbeitung – noch mehr an den Nutzern als an den Bedingungen: Bilder werden oft nur von einer Person bearbeitet, die also durchaus auf eine Alternative umsteigen könnte. Bei Texten ist man dagegen, wie oben geschildert, oft auf die Zusammenarbeit mit anderen angewiesen und kommt daher kaum ohne MS Word aus.

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  5. Der Umstieg von Photoshop gestalltet sich schwierig das *.psd quasi ein Industriestandard ist. Und in der Kreativbranche da nicht diskutiert wird. Ich selbst arbeite seit Jahren daran mich von Adobe zu lösen. Und ich glaub ich habs geschafft.

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  6. Wenn die Behörden den offenen Standart als Bedingung vorgeben würden wäre es schon ein erster Schritt und ein Signal.
    Die offentliche Hand könnte auch einfach Universitäten in die Entwicklung mit ein beziehen, diese werden ja auch mit Steuergeldern finanziert nach dem Motto „public money, public code“

    Gibt schon einige positive Beispiele in Behörden oder auch in Industrie, die den Umstieg schaffen.
    Wir haben fast alles auf OSS laufen. Ist etwas steinig aber lohnt sich. Die Möglichkeit Processe zu modifizieren und an die eigenen Bedürfnisse an zu passen ist schon toll.

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  7. Ich habe durch Zufall diese Seite gefunden und bin erfreut, endlich einmal eine sachliche Darstellung zum Thema Linux, Mac und Android gefunden zu haben.

    Es deckt sich vollkommen mit meinen Erfahrungen. Ich arbeite seit ca. 18 Jahren mit Linux, angefangen mit SuSE, danach Mandriva und jetzt mit Fedora und KDE-Desktop auf meinem eigenen Server. Ich vermisse keine Anwendung aus dem MS-Windows Umfeld, nur das leidige Problem mit Word kenne ich auch. Ich benutze normalerweise LibreOffice, wenn es aber Word sein muß, habe ich auf dem Linux-Server in einer VirtualBox ein Windows7 mit MS-Office installiert. Über Samba ist der Zugriff auf die Dateien, die auf dem Server gespeichert sind, problemlos möglich.

    Unterwegs arbeite ich seit ein paar Jahren mit einem MacBookAir und einem darauf installiertem MS-Office für Mac. Zusätzlich läuft auf dem Mac über ParallelDesktop ein Fedora-Linux mit KDE-Oberfläche, das die Unzulänglichkeiten von Mac ausgleicht.

    Außerdem habe ich Android auf SmartPhone und Tablet. Dafür gibt es ausreichend App’s, die den Datenaustausch zwischen den verschiedenen Geräten problemlos ermöglichen.

    Das völlig papierlose Arbeiten ist damit schon möglich.

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    1. Hallo, Danke, freut mich, dass Dir der Artikel gefällt. – Ja, es gibt Wege, MS Office nur in bestimmten Situationen zu nutzen und ansonsten Linux, aber die sind für normale Nutzer, die z. B. nicht mal eben eine VirtualBox mit Windows7 und MS Office installieren können, viel zu kompliziert. Das Grundärgernis bleibt, dass Microsoft weiterhin mit Office seine Marktmacht missbrauchen darf, um ein hervorragendes, stabiles, sicheres Betriebssystem – Linux – auf dem Desktopmarkt auszubremsen. Meiner Einschätzung nach handelt es sich um ein glasklares Marktversagen. Ohne den Gesetzgeber wird sich da wohl nichts ändern.

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