luckycloud, der Seafile-Speicher aus Berlin

Für die Cloud-Software Seafile kann man jetzt bei einem Berliner Anbieter günstigen Speicherplatz mieten.

Geschätzte Lesezeit für diesen Artikel: 4 Minuten

Für viele Wissensarbeiter ist die Nutzung eines Cloud-Speichers längst Alltag. Ein Cloud-Speicher bedeutet, dass von ausgewählten Verzeichnissen auf der lokalen Festplatte automatisch eine vollständige Kopie auf einem entfernten Server erstellt wird – in der Regel kontinuierlich. Sie existieren somit immer, wenn der Rechner online ist, doppelt: einmal lokal, einmal in der „Cloud“.

Daraus ergeben sich zahlreiche Vorteile, unter anderem:

  • Man hat jederzeit automatisch eine Sicherheitskopie und ist somit vor Datenverlust geschützt, falls der eigene Rechner einmal kaputt geht oder gestohlen wird.
  • Man kann ausgewählte Verzeichnisse auf mehreren Rechnern synchron halten.
  • Man kann einzelne Dateien vom Smartphone auf den Rechner übertragen (z. B. Fotos, Scans) und umgekehrt, im Falle von Seafile mit einer Auto-Upload-Funktion.
  • Man kann große Dateien über einen Download-Link verschicken (erfahre mehr).
  • Man kann mit anderen Seafile-Nutzern ganze Verzeichnisse teilen und so gemeinsam an Projekten arbeiten.

Wie immer, wenn Daten in die Cloud geladen werden, stellt sich aber auch hier die Sicherheitsfrage: Was, wenn mein Cloud-Speicher gehackt wird? Können die Angreifer dann alle meine Dateien herunterladen – private Fotos, vertrauliche Dokumente, Forschungs- oder Geschäftsdaten etc. – und im Netz verbreiten? Können die Mitarbeiter des Anbieters ohne mein Wissen auf meine Daten zugreifen – entweder aus eigener krimineller Energie oder weil sie von einer Behörde dazu gezwungen werden?

Hier kommt das Prinzip der Ende-zu-Ende-Verschlüsselung ins Spiel. Es beruht auf dem einfachen Gedanken, dass Daten im Idealfall ausschließlich auf dem Endgerät des Nutzers unverschlüsselt gespeichert sein sollen. Überall sonst – auf Servern im Internet sowie bei der Übertragung dorthin und wieder zurück – sollen sie mit einem Passwort verschlüsselt sein, das ausschließlich der Nutzer selbst kennt. Dann können Daten bei einem Angriff auf Server zwar immer noch in die falschen Hände geraten – aber eben nur in verschlüsselter Form. Die Angreifer bekommen in diesem Fall ausschließlich nutzlosen Zeichensalat zu sehen.

Die meines Wissens bisher einzige quelloffene Cloud-Software mit integrierter Ende-zu-Ende-Verschlüsselung ist Seafile. Die Verschlüsselung ist ganz einfach einzurichten: Jedes Mal, wenn man eine neue „Bibliothek“ anlegt, hat man die Möglichkeit, ein Passwort festzulegen. Schon wird aus der Bibliothek eine „Verschlüsselte Bibliothek“. Jedes Mal, wenn man eine solche verschlüsselte Bibliothek zum ersten Mal mit einem anderen Rechner synchronisieren will, muss man das Passwort einmalig erneut eingeben – fertig.

Seafile steht sowohl als Server-Software als auch als Client für alle gängigen Plattformen zur Verfügung. Die Server-Software braucht man nur, wenn man seinen eigenen Server betreiben will – für die meisten Nutzer dürfte das zu kompliziert sein (hier eine Anleitung, die ich allerdings selbst nicht ausprobiert habe).

Die komfortabelste Lösung ist dagegen, sich einfach bei einem professionellen Anbieter ein wenig Speicherplatz zu mieten. Hier kommt nun das junge Berliner Unternehmen luckycloud ins Spiel, einer der offiziellen Seafile-Partner.

Besonders attraktiv ist luckycloud aus meiner Sicht aus mehreren Gründen:

  • Serverstandort Deutschland
  • sehr verlässlicher Service
  • sehr schneller, freundlicher und kompetenter Support
  • sehr günstiges Einsteigerangebot (aktuell 1 €/Monat für 10 GB Speicherplatz)
  • monatliche Kündbarkeit
  • 14 Tage kostenlose Testphase

Zusätzlich bekommt man ein E-Mail-Konto, beim Einsteiger-Paket mit 1 GB Speicherplatz. Eine detaillierte Übersicht über die Preisstaffelung und über weitere Angebote für Privatkunden und Unternehmen findet man hier in der Rubrik „Preise“. Ein Interview mit luckycloud-Gründer Luc Mader kann man hier nachlesen.

Zwei wichtige Dinge zum Schluss:

  • Wie immer in digitalen Umgebungen gilt auch bei Seafile und luckycloud, dass die Sicherheit des eigenen Nutzerkontos und der verschlüsselten Daten entscheidend von der Stärke des gewählten Passwortes abhängt. Ich empfehle nach der Diceware-Methode erzeugte Passphrases zu verwenden (erfahre mehr).
  • Bei jeder Ende-zu-Ende-Verschlüsselung liegt es in der Logik der Sache, dass bei Passwortverlust kein Zugriff auf die Daten mehr möglich ist – auch nicht für Administratoren. Die verwendeten Passphrases sollten daher idealerweise in einer Passwort-Datenbank gespeichert werden, und von dieser sollte man regelmäßig Sicherheitskopien machen (erfahre mehr).

Diese einfachen Regeln gelten auch für den Umgang mit beliebigen Online-Konten, mit E-Mail-Accounts, mit PGP-Schlüsseln etc. Wenn man sich angewöhnt sie zu beachten, steht der Nutzung des sehr sicheren Cloud-Speichers Seafile beim Berliner Anbieter luckycloud nichts mehr im Wege.

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luckycloud, der Seafile-Speicher aus Berlin by Jochen Plikat is licensed under CC BY-NC-ND 4.0
Bildnachweis: Berlin Alexanderplatz by calais80 is licensed under the Pixabay License.

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