Seafile, der sichere Cloud-Speicher

Der deutsche Cloud-Service Seafile hat sein Angebot aktualisiert. Er ist jetzt auch für Privatnutzer attraktiv, die nur wenige Gigabyte Speicherplatz benötigen.

Geschätzte Lesezeit für diesen Artikel: 3 Minuten

Als ich kürzlich auf einer Grillparty war, kam das Thema zur Sprache, wie man sich sinnvoll vor Datenverlust schützen kann. Eine Psychotherapeutin, die unter den Gästen war, sagte, dass sie zwar regelmäßig Backups auf einer externen Festplatte mache. Das beruhige sie aber nur teilweise, denn falls ihre Wohnung einmal von Einbrechern ausgeräumt werden sollte, würden möglicherweise auch alle Datenträger verschwinden. Und in die Cloud laden könne sie Patientendaten aus Datenschutzgründen schließlich auch nicht.

Es stimmt tatsächlich, dass man Backups immer an mehreren Orten aufbewahren sollte. Beispielsweise ist es eine schlechte Idee, sie alle zusammen in einem Rucksack durch Berlin zu tragen (erfahre mehr). In jedem Fall sollte man alle Datenträger verschlüsseln, denn selbst wenn man die Backups noch hat, kann es doch sehr unerfreulich sein, wenn private Daten in fremde Hände gelangen (erfahre mehr).

Ebenso stimmt es, dass viele Cloud-Dienste wie Dropbox oder Google Drive die Daten der Nutzer nicht in befriedigender Weise schützen – das heißt, sie verschlüsseln sie nicht Ende-zu-Ende. Insofern ist bei der Frage, ob man sensible Daten auf deren Server laden sollte, durchaus Zurückhaltung angebracht: Erstens ist es denkbar, dass die Anbieter selbst auf die Daten zugreifen (oder von Behörden dazu gezwungen werden); zweitens hat jeder Hacker, der sich erfolgreich Zugriff auf ein Nutzerkonto verschafft, auch Zugriff auf die dort gespeicherten Daten.

Wer Daten sicher in der Cloud speichern möchte, sollte daher Seafile in Erwägung ziehen. Bei Seafile handelt es sich sowohl um eine Cloud-Software als auch um einen deutschen Anbieter eines Cloud-Dienstes. Die Software wird inzwischen auch an vielen Universitäten eingesetzt, z. B. an der Humboldt-Universität zu Berlin (erfahre mehr).

Seafile hat im Vergleich zu anderen Programmen und Diensten mehrere Vorteile:

  • Die Software ist quelloffen (Open Source), so dass „Hintertüren“ ausgeschlossen werden können (erfahre mehr).
  • Es gibt Clients für alle gängigen Betriebssysteme.
  • Jeder Ordner der obersten Hierarchieebene („Bibliothek“) kann mit einem eigenen Passwort (besser mit einer Passphrase, erfahre mehr) verschlüsselt werden.

Besonders der letzte Punkt ist entscheidend: Wenn man in Seafile eine neue Bibliothek anlegt und dabei die Verschlüsselung aktiviert, dann sorgt man dafür, dass die in dieser Bibliothek gespeicherten Daten ausschließlich auf dem jeweiligen Endgerät entschlüsselt werden. Auf dem Transportweg und auf dem Server sind alle Daten dagegen stark verschlüsselt, so dass nicht einmal der Anbieter (oder irgendjemand sonst) sie entschlüsseln kann. Das kann nur der Nutzer mit der selbst gewählten Passphrase, die nur er kennt.

Seafile hat gerade sein Angebot aktualisiert und bietet jetzt auch ein kleines Paket an, das für Privatnutzer attraktiv sein dürfte: 10 GB für 1 €/Monat. Das nächstgrößere Paket gibt es ebenfalls für einen sehr erschwinglichen Preis: 500 GB für 5 €/Monat (die Abonnements sind jeweils monatlich kündbar).

In einer verschlüsselten Seafile-Bibliothek kann man auch Patientendaten und andere vertrauliche Dokumente bedenkenlos in der Cloud speichern. Vor Datenverlusten ist man dann selbst im Falle eines Einbruchs gut geschützt.

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Seafile, der sichere Cloud-Speicher by Jochen Plikat is licensed under CC BY-NC-ND 4.0.

Bildnachweis: Safe Vault by DasWortgewand is licensed under CC0 Public Domain.

 

2 Gedanken zu “Seafile, der sichere Cloud-Speicher

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