Fokussiert arbeiten mit Musik?

15906520_26f342ba39_oViele Wissensarbeiter empfinden Musik bei der Arbeit als Ablenkung. Musik kann aber auch helfen, wenn man Störungen ausblenden und in den Flow-Kanal kommen möchte.

Ich war lange bekennender Gegner von Musik bei der Arbeit. Meistens empfand ich sie mindestens als leicht störend. Je nach Tagesform hatte ich manchmal sogar den Eindruck, mich mit Musik überhaupt nicht länger als 20 Sekunden am Stück auf irgend etwas konzentrieren zu können. Wenn es in meinem Büro, das ich mit einer Kollegin teile, etwas unruhiger zuging, zog ich mich daher lieber in einen anderen Raum zurück, besonders dann, wenn ich gerade schreiben wollte (mehr zum Thema Schreiben findest Du hier und hier, zum Thema Flow-Kanal hier).

Der Raumwechsel verschaffte mir zwar oft ein paar Stunden wohltuender Ruhe. Es gab aber auch immer wieder Nachteile: Manchmal tauchte im Ausweichraum jemand auf, was mich zwang, zumindest ein paar Sätze lang zu kommunizieren (adieu, Flow). Auch hatte ich meine Unterlagen und Bücher nicht mehr griffbereit, so dass ich zwischendurch immer wieder in mein Büro gehen musste (nicht Sinn der Übung). Ab und zu hörte ich sogar aus zwei Richtungen Stimmen (nein, ich brauche keinen Psychiater, das lag an den dünnen Wänden und den Kollegen nebenan). Und zu allem Überfluss war meine Kaffeemaschine außer Reichweite.

Zur Zeit erprobe ich daher eine neuen Strategie. Wenn es im Büro unruhig wird, setze ich mir meine Kopfhörer auf und tue das, was ich früher immer für reines Fokus-Gift hielt. Ich höre Musik. Wie ich mit Staunen herausgefunden habe, ist das unter Wissenarbeitern ziemlich verbreitet: Auf Spotify etwa haben Playlisten mit (angeblich) konzentrationsfördernder Musik zum Teil mehrere Hunderttausend Abonnenten („Brain Food“, „Beats to think to“, „Deep focus“, usw.).

Für mich scheint ruhige Klaviermusik recht gut zu funktionieren. Ich habe mir daher eine eigene Playlist zusammengestellt, die ich nach und nach ergänzen werde. (Du kannst sie auf Spotify unter dem Titel „Klaviermusik für Wissensarbeiter“ finden und abonnieren.) Außerdem experimentiere ich zur Zeit mit soma fm, einer Quelle für ausgezeichnete elektronische Musik. Dort findet man unter anderem „Drone zone“, einen Kanal mit sphärischen Klängen und minimalen Beats (läuft, während ich diese Zeilen schreibe).

Offenbar setzt ein gewisser Trainingseffekt ein, wenn man häufiger mit Musik arbeitet. Zumindest bei mir: Seit ich es regelmäßig tue, fällt es mir nach und nach immer leichter, dabei auch Aufgaben zu erledigen, für die ich sehr fokussiert sein muss. Und die von weitem sichtbaren Kopfhörer signalisieren meinem Umfeld, dass ich gerade nur in echten Notfällen angesprochen werden möchte (z. B. wenn die Kaffeemaschine streikt).

Der größte Vorteil ist aber: Wenn ich den Flow-Kanal einmal gar nicht erreiche, dann höre ich dabei wenigstens gute Musik.

Wie gut kannst Du mit Musik arbeiten? Hinterlass einen Kommentar!

Bildnachweis: El Buda y Dhara by Arkangel on flickr.com (creative commons-Lizenz, bestimmte Rechte vorbehalten: CC BY-SA 2.0)

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