Schlüsselqualifikationen (II): Die Kunst der Datensicherung

Datenverlust

 

Datensicherung? Komm mir doch nicht mit so einem langweiligen Thema. Ich bin hier am Arbeiten.

Das Thema Datensicherung kann man zu den klassischen Nerd-Themen zählen. Alle anderen Wissensarbeiter verfügen eher selten über ein ausgeprägtes Interesse an USB-Sticks, externen Festplatten, Cloud-Speichern und Synchronisationssoftware. Die Frage „Und, wie machst du so deine Backups?“ würde ihre Augen ebenso wenig zum Leuchten bringen wie die Frage „Und, wie stehst du zum Thema Anschnallen?“

Ich stelle sie trotzdem.

Auch wenn ich mit diesem Beitrag also riskiere, Dich zu langweilen (und mir einen — natürlich falschen — Ruf als Nerd zu erarbeiten): Vielleicht trägt er ja dazu bei, dass Du nie, nie einen Hilferuf an einen Laternenpfahl kleben musst.

Wie unsystematische Befragungen in meinem nicht-repräsentativen Umfeld ergeben haben, sichern die meisten Wissensarbeiter ihre Daten. Warum auch nicht? Backups sind billig, gehen schnell und tun nicht weh. Zwar wirst Du sie selten brauchen, vielleicht nie. Aber falls der unwahrscheinliche Fall eines Festplattendefektes, eines Rucksackdiebstahls oder eines Kometeneinschlags in Deinem Büro (außerhalb der Bürozeiten) doch einmal eintreten sollte, dann wirst Du verdammt froh sein, sie gemacht zu haben (falls Du Dir nicht vorstellen kannst, wie froh, dann lies hier weiter).

Sollte die Sicherung Deiner Daten für Dich noch nicht ebenso selbstverständlich sein wie der Griff zum Anschnallgurt im Auto, dann empfehle ich, heute (ja, heute!) damit anzufangen. Hier drei einfache Regeln für Wissensarbeiter. Nennen wir sie die 1–2–3-Regeln:

  1. Sichere Deine wichtigen Daten mindestens einmal pro Tag. (Am besten automatisch, z. B. mit Synchronisationssoftware wie der Mac Time Machine oder Sync Folders Pro.)
  2. Bewahre Deine Daten zu jedem Zeitpunkt an mindestens zwei verschiedenen Orten auf. (Auch die Cloud gilt als Ort — es handelt sich dabei ja um einen oder mehrere Server mit physischen Standorten.)
  3. Sichere Deine wichtigen Daten auf mindestens drei Datenträgern. (Z. B. im Ordner „Dokumente“ Deines Rechners, auf einem USB-Stick und auf einem Server wie Dropbox oder Google Drive. Wenn Du Deine Daten dort vor unberechtigtem Zugriff schützen möchtest, lies hier weiter.)

Wenn Du beruflich auf Deine Daten angewiesen bist, sorgen zusätzliche Kopien, z. B. einmal im Monat auf CD oder DVD, für zusätzliche Sicherheit.

Die Bedeutung von Regel 2 wird manchmal übersehen: Auch 20 Backups auf 20 verschiedenen USB-Sticks und externen Festplatten können auf einen Schlag nutzlos sein, wenn Du sie alle zusammen mit Deinem Laptop in Deinem Rucksack durch die Gegend transportierst. Und eben dieser Rucksack geklaut wird (s.o.).

Es ist nur das absolute Minimum, die oben genannten Regeln einzuhalten, und somit eine Schlüsselqualifikation.

Eine Kunst ist es nicht.

Wann hast Du schon einmal Daten verloren? Tat es sehr weh? Hinterlass einen Kommentar!

Bildnachweis: Datenverlust by Jochen Plikat (Creative Commons Namensnennung – Nicht kommerziell – Keine Bearbeitungen 4.0 International Lizenz)

 

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8 Gedanken zu “Schlüsselqualifikationen (II): Die Kunst der Datensicherung

  1. Rucksack weg, mit Laptop. Der kommt nicht wieder zurück. Schöner Schnappschuss. Datensicherung gehört wie gesagt zum wissenschaftlichen Arbeiten.

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