Kill Switch: Der Notschalter für Dein Smartphone

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Auf Smartphones sind viele persönliche Daten gespeichert. Diebe können daher mit einem gestohlenen Gerät erheblichen Schaden anrichten. Der Beitrag zeigt am Beispiel von Android, wie sich Smartphones zum Schutz vor Missbrauch aus der Ferne blockieren lassen.

von Jochen Plikat

In Deutschland hat sich die Zahl der gestohlenen Smartphones zwischen 2009 und 2013 auf zuletzt über 230.000 pro Jahr mehr als verdoppelt. Für die Diebe ist in der Regel die Hardware interessant, die mehrere Hundert Euro wert sein kann. Es kann es für das Opfer aber auch deutlich teurer werden, vor allem dann, wenn die Diebe von ihnen selbst geführte Hotlines anrufen. Man sollte deswegen unbedingt die Bildschirmsperre des Smartphones aktivieren. Auch die gespeicherten persönlichen Daten (Adressen, Fotos, Dokumente, etc.) sind so nach einem Diebstahl vor einem schnellen Zugriff geschützt.

In Kalifornien ist diese Woche ein Gesetz verabschiedet worden, das für alle ab dem 1. Juli 2015 in diesem Bundesstaat verkauften Smartphones eine so genannte Kill Switch-Funktion vorschreibt. Die Funktion muss das verlorene oder gestohlene Gerät aus der Ferne vollständig blockieren und sogar alle gespeicherten Daten löschen können. Ein auf diese Weise blockiertes Handy wird für den Weiterverkauf unbrauchbar. Mittelfristig lässt sich so der Markt für gestohlene Geräte möglicherweise austrocknen. Da Handysoftware für einen globalen Markt entwickelt wird, setzen sich solche Bestimmungen oft schnell weltweit durch. Die Regelung ist daher auch für Deutschland von Interesse.

Aktuell sind Kill Switch-Funktionen in der Regel schon verfügbar, bei den meisten Geräten aber standardmäßig deaktiviert. Diese Einstellung nennt man Opt-in: Der Nutzer muss sich bewusst für die Funktion entscheiden, wenn er sie aktivieren möchte. Entscheidend ist daher, dass das neue kalifornische Gesetz die standardmäßige Aktivierung vorschreibt. Es handelt sich also um eine Opt-out-Regelung: Der Nutzer muss sich bewusst gegen die Funktion entscheiden, wenn er sie nicht aktivieren möchte. Hintergrund ist die Überlegung, dass die meisten Nutzer bei der Einrichtung eines Gerätes die Standardeinstellungen übernehmen. Die bisherige Opt-in-Regelung durch eine Opt-out-Regelung zu ersetzen ist daher eine gute Möglichkeit, um die Nutzer in eine bestimmte Richtung zu „schubsen“, ohne sie zu bevormunden. (Ein faszinierender Essay über die Macht von Standardeinstellungen ist The nudge von Richard Thaler und Cass Sunstein, vgl. Literaturhinweise.)

Auf Android-Smartphones lässt sich die Kill Switch-Funktion schon jetzt in wenigen Schritten aktivieren (getestet unter Version 4.4.):

  1. auf dem Smartphone die App Google Einstellungen aufrufen
  2. in der App die Funktion Android Geräte-Manager aufrufen
  3. Häkchen bei Remote-Sperre und Löschen zulassen setzen
  4. an einem Computer in einem Browser den Android Device Manager aufrufen, ggf. einloggen
  5. im Bildschirm oben links das betroffene Gerät auswählen, die gewünschte Sicherheitsfunktion auswählen und den weiteren Anweisungen folgen

Auch iPhones bieten bereits eine ähnliche Funktion an, für die Konfigurationsanleitungen leicht im Internet zu finden sind (Suchbegriff: Find my iPhone).

Die Kill Switch-Funktion ersetzt übrigens nicht die Sperrung der SIM-Karte durch den Anbieter, die man nach einem Verlust ebenfalls umgehend veranlassen sollte (die Verbraucherzentrale NRW hat hier eine informative Seite zum Thema veröffentlicht).

Wie schützt Du die persönlichen Daten auf Deinem Smartphone? Hinterlass einen Kommentar!

Bildnachweis: Stop Everything! by tom_bullock on flickr.com (creative commons-Lizenz, bestimmte Rechte vorbehalten: CC BY 2.0)

 

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2 Gedanken zu “Kill Switch: Der Notschalter für Dein Smartphone

  1. Hi Jochen, ja die Google App ist lustig. Das Klingeln habe ich schon öfters ausprobiert. Noch besser wäre, wenn ich das Smartphone auch explodieren lassen könnte. Natürlich keine große Explosion, nur eine kleine…damit dem Dieb das Ohr fehlt oder ein paar Finger. Außerdem macht es vorher noch ein Bild. lg C.

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